POTTPORUS/RENEGADE & SILK FLUEGGE

THE BIG 5

5 Kurzstücke für den öffentlichen Raum

Urbane Tanzformen, Hip Hop, Streetstyles sind als Teil des zeitgenössischen Tanzverständnisses angekommen. Die beiden  Tanzkompagnien Renegade und SILK Fluegge (AUT) produzieren seit 20 bzw. 10 Jahren kontinuierlich urban-zeitgenössische Tanzproduktionen und touren damit erfolgreich. Was bisher fehlt, sind feste Strukturen, kontinuierliche Förderung und Institutionen, die den Urban Dance weiter nach vorne bringen.

 

Für „THE BIG 5“ haben sich Pottporus/Renegade und SILK Fluegge jetzt zusammengetan und international fünf Residenzen ausgeschrieben – exklusiv für Choreograf:innen mit urbanen Wurzeln! Aus über 40 Bewerbungen aus der ganzen Welt wurden  5 Choreograf:innen-Teams ausgewählt. Zusammen mit 10 Tänzer:innen aus den Ensembles Renegade und SILK Fluegge haben sie 5 Kurz-Choreografien im öffentlichen Raum produziert. Ihre Inspiration? Große Werke des klassischen Balletts, mit denen sie sich als urbane Choreograf:innen im zeitgenössischen Kontext auseinandersetzen.

DER KLUB

Choreografie von Kirin España

Mit Elias Choi-Buttinger, Earle Garnette, Joëlle Karfich, Jerca Rožnik Novak

2.png

Der Klub ist der Ort, an dem wir uns treffen, an dem Menschen sich kennen lernen, sich begegnen, inszenieren und in Szene setzen. Das Stück befasst sich mit der zwischenmenschlichen Interaktion. Im Mittelpunkt steht die Verführung des Anderen, die Anerkennung und Zärtlichkeit, nach der wir uns sehnen, und wie wir Grenzen überschreiten, um diese zu bekommen. Ist man jung, muss man diese Grenzen ausloten, überschreitet Grenzen – unbewusst, aber auch bewusst. "Der Klub" untersucht die Stufen vom harmlosen Flirt bis zum Moment, in dem es kippt und sich zu einer bedrohlichen Situation entwickelt, weil man jemanden zu nah an sich herangelassen hat. Wie funktionieren Anziehung und Abstoßen? Wann kommt ein Punkt, an dem die Gier nach Anerkennung und Liebe zu Selbstverlust führt und wir die Grenzen Anderer nicht mehr respektieren? 

Premiere 23.07.2022 beim Kultursommer in Wien

STAY

Choreografie von Miller de Nobili

Mit Joëlle Karfich, Weng-Tang Choi-Buttinger

L1050519.jpg

Das Stück ist eine Reise in Kindheitserinnerungen. Sie können eine unschuldige und kathartische Kraft haben und lassen die Zuschauer:innen von einer besseren Zukunft träumen. In STAY zeigen uns die Tänzer:innen Alltagssituationen, gefiltert durch einen kindlichen Blick. Das Ergebnis wirkt surreal und erzählt von einer utopischen Realität, zu der wir uns hingezogen fühlen dürfen.

Premiere 23.07.2022 beim Kultursommer in Wien  

V-I-E-R

Choreografie von Joy Alpuerto  Ritter

mit: Elias Choi-Buttinger, Rocío Pez, Tomy-Lee Kneringer, Nam Tran Xuan

4.png

Der Tanz der vier Schwäne im klassischen Ballett "Schwanensee" war die ursprüngliche Inspiration für diese Choreografie, in der Joy Alpuerto Ritter mit unterschiedlichen Themen arbeitet. Sie untersucht die strenge Synchronität und Disziplin, die im klassischen Tanz essentiell ist, mit vier urbanen Tänzer:innen. Wie können die vier Individualist:innen in der Gruppe funktionieren, in welchen Abhängigkeiten befinden sie sich? Wie kommen die einzelnen Individuen zusammen, auch wenn sie ihren Stilen treu bleiben? Wie kann man also sich selbst treu bleiben, sich verwirklichen, wenn man innerhalb eines strengen Rahmens funktionieren muss?

Premiere 10.09.2022 zur Eröffnung der neuen Spielzeit des Theater Oberhausen

OUROBOROS

Choreografie von Jimmy Vairon

mit: Siryel Chtioui, Gergely Dudás, Earle Garnette, Matej Kubus

3.png

Das Stück ist inspiriert von "Le prélude à l’après midi d’un faune", einer symphonischen Dichtung von Debussy, der das Gedicht „Der Nachmittag eines Fauns“ von Stéphane Mallarmés aus dem Jahr 1865 zugrunde liegt. Jimmy Vairon nimmt die mythologischen Gestalten der Faune als Symbole der männlichen Jugend, mit ungefiltertem erotischen Verlangen und sexueller Begierde. Der männliche Faun im Zentrum des Gedichts nimmt sich in einer Welt zwischen Einbildung und Wirklichkeit gewaltsam, was er begehrt. Vairon untersucht mit den Tänzer:innen diese Machtstrukturen, stellt eine weibliche Tänzerin als Faun ins Zentrum. Er gibt ihr den Status der übergeordneten Figur. Schnell stellte sich in den Proben heraus, dass es mit dem zugeteilten Status alleine nicht unbedingt leichter ist, ihn in einem maskulinen und patriarchalen Umfeld dann auch zu behaupten. Ein Zerren beginnt.
 

Premiere 10.09.2022 zur Eröffnung der neuen Spielzeit des Theater Oberhausen

THE NUT AND THE CRACK

Choreografie von Los Informalls

Mit: Elias Choi Buttinger, Joëlle Karfich, Jerca Roznik Novak, Nam Tran Xuan

1.png

Nüsse, Risse, Palmen, tropische Gefühle, Bewegungen, lange Beine, Schönheit, Musik, Leute, die Sachen machen. Das typische klassische Stück. Sagen wir so: The Nut and the Crack ist eine Kollision viere Asteroiden auf der Bühne , was nach dem Zusammenstoß passiert, weiß nur Gott allein. Kommt vorbei und schaut euch das Desaster an – das haben uns Los Informalls zu ihrem Stück erzählt, das inspiriert vom klassischen Ballett „Der Nussknacker“ entstanden ist.

Premiere 10.09.2022 zur Eröffnung der neuen Spielzeit des Theater Oberhausen

 

THE BIG 5 ist möglich durch eine Förderung von Pottporus / Renegade im Rahmen des Projekts „Labor für urbanen Tanz“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Herne sowie für SILK Fluegge durch die Unterstützung vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport Österreich