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24.02.   19.30 h // PREMIERE
Theater Oberhausen
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Choreografie Jimmy Vairon

FASTER ist ein Zustand. Ein Zustand in einer Welt, in der wir immer schneller sein müssen – aus Notwendigkeit oder eigenem Antrieb. Ein Zustand, in dem scheinbar alles zur Verfügung steht, gut wie schlecht, visionär wie rückwärtsgewandt, Aufbruch und Rückzug. Die Extreme finden plötzlich Nährboden, Sicherheit steht der Zukunftsangst gegenüber, Aufbruch prallt auf Abschottung, die Eigeninteressen stehen über der Gemeinschaft, die Möglichkeit der absoluten Freiheit wird gedämpft durch Verschwörungsgeschichten aller Art. 

Gleichzeitig könnte im Zeitalter erneuerbarer und nachhaltiger Energien nichts komplizierter sein als Zeit? Zeit – die wir nicht bewegen, stoppen oder einholen können, die einfach immer weiterläuft, egal was passiert. Zeit ist ein Konstrukt, das wir uns mit Begriffen wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erklären. Aber nur in der Gegenwart, im Jetzt kann man sich seiner sicher sein. Oder vielleicht auch nicht. Jeder empfindet Zeit anders, manche befinden sich zeitgleich in mehreren Lebenswelten, physisch hier und emotional vielleicht an einem Ort, den sie temporär oder für immer verlassen haben. Zwei Menschen befinden sich am selben Ort im selben Moment und dennoch vergeht dieser Moment für beide unterschiedlich schnell. Gefühlt vergeht die Zeit mit jedem Jahr, das man älter wird, schneller und das Tempo nimmt zu. Mit 4 Jahren ist das Warten auf den Weihnachtsmann am Heiligen Abend oder der Tag vom Zuckerfest gefühlt so lang, wie ein halbes Leben, im Rückblick war dann alles nur so lang wie ein Wimpernschlag.

Wir versuchen, die Zeit mit Technologie zu zähmen. Um schneller, effizienter, produktiver zu werden, versuchen wir, Zeit zu sparen, mit dem Effekt, dass wir am Ende doch keine mehr haben. Am Ende rennen wir mit der Zeit oder hinter ihr her. Schnell noch ein Toast am Morgen, aber eigentlich schon in der Bahn zur Arbeit; schnell noch bei Oma vorbei, aber eigentlich schon auf dem Weg in die Bar; schnell noch ALG II beantragen, aber eigentlich schon auf dem Weg zum Strandbad; schnell noch mit den Eltern über den Streit in der Schule sprechen, aber eigentlich schon zum Judo hetzen, dann umentscheiden und doch zur Klimademo fahren.

Beim Versuch, Zeit zu gewinnen, können wir nur verlieren? Was ist der Preis von Effizienz und Kontrolle? Der Verlust von Authentizität und Demokratie, von Unmittelbarkeit, der Verlust der kleinen besonderen Dinge in einer Welt, in der es um Maximierung geht. FASTER ist eine Momentaufnahme in diesen Zeiten, wo wir die Gegenwart bereits nach einer möglichen Zukunft leben. FASTER sucht nach neuen, ungeahnten Horizonten in der Raserei und schaut auf die Veränderungen aus der Geschwindigkeitsperspektive. FASTER untersucht die Beziehung zwischen Wissen und Tempo durch Musik und Bewegung.  

 

Choreografie Jimmy Vairon
Tanz Gelya Andryushyna, Stefan Stiller, Melena Tortoh, Vasiliki Papapostolou, Mohamed Ali Cherif, Touaa Mounir

Komposition / Musik Kilian Unger

Ausstattung Aaron Stratmann, Ursula Meyer

Musik Kilian Unger, Wilbert Pepper

Dramaturgie Cindy Jänicke

Eine Produktion von RENEGADE in Kooperation mit  Theater Oberhausen

 

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms "Neue Künste Ruhr"

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Theater Oberhausen
 

Weitere Termine
26.02.   18.00 h
03. / 04. / 10. / 11. / 29.03.  19.30 h


 

 

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Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalens im Rahmen des Programms "Neue Künste Ruhr"
 

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